Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie

Stylisierte Anführungszeichen Statue aus Keramik von Dörte Michaelis, 2008


Freund oder Feind. Gut oder böse. Links oder rechts. Schwarz oder weiß. Normal oder unnormal. Das wäre zu einfach. Zu „das geht mich nichts an“. Zu „das ist doch lange her“.
Doch: Was vergangen, darf nicht vergessen – daran erinnert die etwa zehn Meter lange Zeitachse des Kunstwerkes aus farbigen Stelen. Die Künstlerin wählte bewusst die zunächst fröhliche Anmutung der Gedenkstätte, da sie das für die Nähe zum Krankenhaus als angemessen befand.
Erst, wenn sich der Betrachter näher mit der Anlage beschäftigt, versteht er die Hintergründe. Ein großer Kreis aus Kieseln dient als Spotlight, der Blick fällt sodann auf schwarze Stümpfe inmitten der bunten Anordnungen. Sie stehen für die Opfer des Nationalsozialismus und etwa 1.000 Krankenhausmorde. Die Frage danach, was denn nun normal und was unnormal sei – soll unbeantwortet bleiben. Das Werk besticht durch Farben. Vielfalt. Und keine klaren Muster. Denn auch das Leben folgt keinem klaren Muster, sondern nimmt verschiedene Wege.


Die Künstlerin Dörte Michaelis
Die Künstlerin Dörte Michaelis wurde 1957 in Greifwald geboren. Sie machte eine Töpferlehre und konzentrierte sich lange auf das Thema Keramik. Sogar keramische Kurse auf dem Sinai hat sie besucht. Heute zeichnet sie, malt Aquarelle, nutzt neben Keramik auch Glas und Beton für ihre Kunst.
Dörte Michaelis hat seit 1987 viele Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland ausgerichtet. Auch im öffentlichen Raum ist sie mit zahlreichen Skulpturen, Brunnengestaltungen, Gedenkstätten oder Windspielen vertreten.

Standort auf Umgebungskarte

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